Geschichte Mallorcas

 

 Jahr Ereignis
um 6. Jahrtausend v. Chr. Erste Besiedelung Mallorcas durch neolithische Höhlenbewohner vermutlich iberischer, vielleicht aber auch nordafrikanischer Herkunft.
um 2. Jahrtausend v. Chr. Ankunft der seefahrenden Völker des Mittelmeerraums und Entstehungen der ersten Siedlungen
1400 - 650 Talaiot-Kultur. Aus dieser Zeit stammen die Talaiots, die Turmbauten, die der Epoche ihren Namen gaben: Talaia bezeichnet im Mallorquinischen „Wachturm“ und leitet sich aus dem Arabischen atalaji- „Wache“ her. Heute findet man auf Mallorca noch Reste dieser Bauten, die größte Talaiotsiedlung ist Capocorb Vell ca. 12 km südlich von Llucmajor.
654 v. Chr. Gründung der ersten karthagischen Kolonie auf Ibiza. Bei Zusammenstößen zwischen Karthagern und Griechen kämpfen die Mallorquiner in den karthagischen Heeren. Etymologisch stammt der Ausdruck „Balearen“ wohl vom griechischen ballein (=werfen) ab und bezieht sich auf die Steinschleuderkünste der Mallorquiner in diesen Kriegen.
264 - 146 In den Punischen Kriegen kämpfen die Mallorquiner als Söldner in den karthagischen Truppen gegen die Römer.
123 vor – 455 nach Christus Besetzung der Balearen durch die Römer. Zunächst dringt Quintus Caecilius Metellus in die Bucht von Alcúdia ein, schließlich wird die ganze Insel erobert. In dieser Epoche entstehen Städte wie Palma (= lat. Palmaria) und Pollença (Pollentia). Mallorca erlebt dank der Ölbaumkultivierung einen wirtschaftlichen Aufschwung, zugleich werden Marktplätze, Straßen und Theater geschaffen und das Christentum eingeführt.
3. Jahrhundert n. Chr. Zerfall des römischen Reiches.
455-534 Die Vandalen erobern Mallorca und zerstören zahlreiche römische Siedlungen.
534 Die Balearen geraten unter byzantinischen Einfluss
707 Plünderungen und Verwüstungen in Mallorca und Menorca durch die Araber. Daraufhin wird ein Schutzvertrag mit Karl dem Großen geschlossen.
902 -1229 Die Araber herrschen über Mallorca. Eroberung durch Isman al Jaulani und Eingliederung in das Kalifat von Córdoba. 1014-1076 gehört Mallorca zur Emire von Dénia, anschließend regieren verschiedene unabhängige Emire. 115-1203 leiten die marokkanischen Almoraviden die Geschicke der Insel, ab 1203 schließlich nordafrikanische Almohaden. Insgesamt erlebt Mallorca unter der maurischen Herrschaft eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit.
September 1229 Eine aragonesische Flotte unter Jaume I. landet auf Mallorca, Beginn der Reconquista mit Christianisierung oder Vertreibung der überlebenden Araber. Mallorca wird schließlich unabhängiges Königreich.
1276 Nach Jaumes Tod wird sein Königreich unter seinen beiden Söhnen aufgeteilt: Pedro erhält die Herrschaft über die spanischen Festlandbesitzungen, sein Bruder Jaume II. die Balearen und Besitzungen in Südfrankreich.
zwischen 1311 und 1349 Es herrschen nacheinander die Könige Sanç I. und Jaume III. Der Seehandel beschert der Insel großen Wohlstand. Zahlreiche Kirchen, Klöster und Adelshäuser entstehen.
1349 Pedro IV. von Aragón besiegt und tötet seinen Vetter Jaume III. bei der Schlacht von Llucmajor. Mallorca verliert somit seine Unabhängigkeit und wird dem Königreich Aragón einverleibt. Die Bevölkerung wird den aragonesischen Herrschern gegenüber abgabenpflichtig. Folge sind immer wieder aufflammende Unruhen und blutige Bauernaufstände.
1469 Heirat von Ferdinand II. von Aragón und Isabella von Kastilien. Mallorca wird ein Teil Spaniens.
1502 Erster Überfall türkischer Piraten auf Pollença. In der Folgezeit mehren sich die Piratenangriffe. Erst 1571 bei der Seeschlacht von Lepanto werden die Türken besiegt.
1701-1713 Spanischer Erbfolgekrieg. 1701 besteigt der Franzose Philipp V. den spanischen Thron, Mallorca unterstützt den habsburgischen Gegenkandidaten Erzherzog Karl. 1713 wird der Erbfolgekrieg beendet, 1715 lässt Philipp V. eine Flotte nach Mallorca einlaufen und verleiht damit seiner Herrschaft Nachdruck.
1838 Säkularisierung der Klöster und Kirchen nachdem Königin Isabella von Spanien eine allgemeine Liberalisierung verordnet hat. Mit dem Sturz Isabellas 1868 wird gerät Mallorca wieder unter konservative Führung.
1869-1874  1871 zunächst Ausrufung Amadeos zum König, 1873 Ausrufung der Republik, 1874 gewinnt König Alfonso XII. wieder die Oberhand. In dieser Zeit steht Mallorca stets auf der Seite der Monarchie.
 1836-1839 Im spanischen Bürgerkrieg unterstützt Mallorca, gemeinsam mit Ibiza, die Truppen General Francos, während sich die Nachbarinsel Menorca der sozialistischen Volksfront anschließt.
1950er und 1960er Beginnt der Tourismus auf Mallorca. Eröffnung von Flughäfen auf den drei Baleareninseln und Beginn des Baubooms.
1975 Tod Francos. Unter König Juan Carlos I. werden konstitutionelle Monarchie und Demokratie eingeführt. In der Verfassung von 1978 wird der Autonomiestatus aller Provinzen verankert.
1983 Die Balearen erhalten eine eigene Regionalverfassung. Damit einher gehen eine Anerkennung und Aufwertung der eigenen Sprache und Kultur.
1977 - heute Während die Mallorquiner in den ersten Jahren nach Absetzung der Diktatur vorwiegend konservativ wählen, geht 1999 erstmals eine Linkskoalition als Siegerin aus den Wahlen hervor. 2003 gewinnt erneut die konservative PP (Partido Popular), 2007 kommt ein Bündnis zwischen der sozialistischen PSOE (Partido Socialista Obrero Español) und drei kleineren Parteien unter Führung von Francesc Antich an die Macht. Nach Korruptionsvorwürfen kommt es im Februar 2010 zum Bruch der Koalition, seitdem führt Antech eine Minderheitenregierung an.