Das Kloster Lluc

File 320Einer alten mallorquinischen Legende zufolge fand ein maurischer, zum christlichen Glauben konvertierter Hirtenjunge namens Lluc kurz nach der christlichen Rückeroberung Mallorcas zwischen Gestrüpp eine schwarze Madonnenstatue.

Er brachte die Statue zur Pfarrkirche der sich in der Region Serra de Tramuntana befindlichen Ortschaft Escorca in die Kapelle Sant Pere d´Escorca. Als die Dorfeinwohner am folgenden Tag in die Kapelle strömten, um die Statue zu sehen, war diese jedoch verschwunden. Man fand sie an genau derselben Stelle, wo Lluc sie tags zuvor gesehen hatte und brachte sie zurück zur Kapelle. Als die Statue am nächsten Tag erneut verschwunden war und wieder an ihrem Platz im Gestrüpp auftauchte, beschloss der Pfarrer von Escorca, ihr an der Fundstelle eine kleine Kapelle zu errichten. So beginnt die Geschichte des Kloster Lluc, das heute als wichtigster Wallfahrtsort Mallorcas gilt.

File 57Die wissenschaftlich-historische Version hingegen lautet, dass die Kapelle aus dem tiefen Bedürfnis nach Religiosität entstand, das unter der Bevölkerung nach der Reconquista herrschte. Herkunft und Alter der schwarzen Madonna mit Kind, die im Mittelpunkt des Kultes um Lluc steht, sind jedoch ungeklärt. Tatsache ist, dass das Kloster im Laufe der Jahrhunderte immer mehr Besucher anzog. Mittlerweile finden sich hier Mallorquiner zum Familientreffen zusammen, Wanderer, die die umliegenden Berge und Schluchten (z.B. Sa Calobra) besichtigen, legen im Kloster einen Zwischenstopp ein, und zahlreiche Pilger übernachten sogar im Kloster.
 
File 60Das Madonnenbildnis befindet sich heute in einer der hinteren Seitenkapellen der Wallfahrtskirche hinter dem Altar. Mittelpunkt des pompösen Hochaltars bildet ein von Jaume Blanquer stammendes Gemälde der Gottesmutter von Lluc. Einen Besuch wert ist außerdem das Museum im ersten Stock des Haupttraktes. Es verfügt über sieben Säle und bietet unter anderem zahlreiche prähistorische Funde, eine „Schatzkammer der Muttergottes von Lluc“ sowie einen Saal mit Gemälden des katalanischen Malers Coll Bardolet. Wer es schafft, genau um 11.15 Uhr (sonntags 11 Uhr und 11.45 Uhr) in der Wallfahrtskirche zu sein, wird einen Sangesauftritt der Blauets, des Knabenchors des Klosters, miterleben.