Artà und Santuari de Sant Salvador

File 169Die Geschichte Artàs reicht zurück bis in die Talaiot-Zeit, später ließen sich hier Phönizier und Römer nieder. Die Araber gaben dem hübschen Städtchen seinen Namen (abgeleitet von yartan=Garten) und ein ausgefeiltes Bewässerungssystem, dank dessen der Ort schnell zu einem recht bedeutenden landwirtschaftlichen Zentrum wurde. Nach der Rückeroberung wurde die Burganlage, die auf dem Gipfel der Siedlung erbaut worden war, von König Jaume I. umgestaltet. Vor Piratenüberfällen blieb Artà weitestgehend verschont, was sich am gut erhaltenen Stadtkern erkennen lässt.

 
File 74Beherrscht wird Artà bis heute von der Burg mit der Wallfahrtskirche Santuari de Sant Salvador. In der barocken Kirche befinden sich zwei berühmte Gemälde, „Die Übergabe der Medina Mayurqa durch den maurischen Wesir an Jaume den Eroberer“ und „Die Steinigung des Ramón Llul“. Den Hochaltar ziert die Marienskulptur Mare de Déu de Sant Salvador aus dem 13. Jh. Von der Terrasse der Festung aus bietet sich dem Besucher ein Panoramablick auf die Küste und die umliegenden Hügel mit der Wehrkirche Església de la Transfiguració del Senyor.
 
Den Zentrum des Ortes bildet die Plaça d´Espanya mit dem hübschen Rathaus und dem Regionalmuseum, in dem man insbesondere prähistorische Funde aus dem nahe gelegenen Ses Païses begutachten kann. Diese gilt neben Capocorb Vell bei Cala Pi als die am besten erhaltene Talaiot-Siedlung der Insel.
 
Bekannt ist Artà auch für seine Tropfsteinhöhlen Coves d´Artà östlich von Canyamel. Der Eingang in das Höhlensystem befindet sich an der Südseite der Halbinsel Cap Vermell, die Höhlen selber sind, ähnlich wie die Coves del Drac bei Porto Cristo in verschiedene „Säle“ mit Namen wie „Hölle“ und „Paradies“ aufgegliedert.
 

Von Artà aus lässt sich zudem gut ein Ausflug zum Kloster Ermita de Betlem auf der Halbinsel Península de Llevant unternehmen. Gegründet im Jahre 1805, wird die Einsiedelei auch heute noch von Mönchen bewohnt, ist ansonsten aber ein Ort absoluter Ruhe und Einsamkeit.