Palma de Mallorca, die Hauptstadt Mallorcas, in der heute mehr als die Hälfte der Mallorquiner residieren, existiert bereits seit der Römerzeit: 123 v. Chr. eroberte Quintus Caecilius Metellus Mallorca und gründete an der weiten Bucht das nach der „Siegespalme“ benannte Palmeria.
Nach der Herrschaft der Vandalen besetzten die Mauren im Jahre 902 n. Chr. Mallorca und läuteten eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit ein. Diese fand 1229 ein jähes Ende, als im Zuge der christlichen Rückeroberung Spaniens auch Palmas Bauten Plünderungen und Zerstörungen zum Opfer fielen. Doch die Stadt erholte sich schnell davon und wurde zu einem der wichtigsten Handelsplätze im östlichen Mittelmeer.
La Seu und Llotja sind die beiden wichtigsten Denkmäler aus dieser Epoche. Mit dem Aufstieg des osmanischen Reiches folgte eine Phase des erneuten Untergangs, zahlreiche Piratenangriffe sorgten für Not und Elend bei der Bevölkerung. Erst im 19. Jh. gewann Palmas Hafen wieder an Bedeutung. Radikal verändert wurde die Stadt schließlich durch das Aufkommen des Massentourismus: aus der ruhigen Hafenstadt wurde 1983 die pulsierende Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft der Balearen.

Das Wahrzeichen Palmas bildet die majestätische, erhöht liegende Kathedrale
La Seu, um die sich der mittelalterliche Stadtkern
Sa Portella legt. Außer der Kathedrale befinden sich hier der
Palau de s´Almudaina, dessen Grundsteinlegung bereits zu arabischer Zeit stattfand, sowie das
Palau March Museum, in dem man unter anderem eine wunderschöne neapolitanische Weihnachtskrippe aus dem 18. Jh. bewundern kann. Auch das bereits erwähnte
Museu de Mallorca sowie die
Banys Arabs findet man in diesem Stadtteil.
Vila de Dalt heißt die Oberstadt, hier sollte man sich die
Plaça Cort ansehen
, auf dem das im 16. Jh. konstruierte Rathaus, das
Ajuntament, thront. Sehenswert ist auch die Kirche
Sant Eulàlia, eine der ersten nach der Reconquista gegründeten Kirchen, sowie insbesondere die wunderschöne
Església i Convent de Sant Francesc, in der man das Grab
Ramon Lluls findet.
Die Unterstadt schließlich, genannt Vila de Baix, bildet den dritten Teil der Altstadt. Hier pulsiert das Leben am stärksten, abends lockt das Ausgehviertel Carrer dels Apuntadors, und auch der Viktualienmarkt Mercat Olivar liegt hier. Einen ganz besonderen kulturellen Höhepunkt hat schließlich das Hafenviertel Palmas zu bieten: La Llotja, einst die Handelsbörse mallorquinischer Kaufleute und heute Ort von Kunstausstellungen, gilt als eine der schönsten gotischen Bauten Spaniens.
Sehenswert ist auch das sehr gut erhaltene
Castell de Bellver, dessen runde Bauart einzigartig für Spanien ist.